ZS202: Über Brunzdoktoren und Uroskopie – die Harnschau in der vormodernen Medizin

Wir beschäftigen uns in dieser Folge mit dem wichtigsten diagnostischen Verfahren der vormodernen Medizin: der Uroskopie. Über viele Jahrhunderte war nicht das Stethoskop der charakteristischste Gegenstand für einen Arzt, sondern das Harnglas. Am Urin, so war die damalige Überzeugung, könne ein Arzt mittelbar alle Krankheiten erkennen.

Doch ab dem 16. Jahrhundert regte sich Kritik an der Harnschau und die gelehrten Ärzte überließen das Feld den Brunzdoktoren und Seichguckern, denn in der Bevölkerung erfreute sich die Harnschau bis ins 20. Jahrhundert hinein großer Beliebtheit. Über einen der bekanntesten Harnschauer aus Österreich sprechen wir daher auch: Johann Reinbacher, besser bekannt als Höllerhansl.

Damit nicht genug: Am Ende der Folge geht es noch über die Geschichte des Schwangerschaftstests und warum das gegenwärtige Amphibiensterben damit zusammenhängt.

Wir konnten leider aus lizenzrechtlichen Gründen keine Version des Höllerhansl-Lieds spielen, dafür gibt es hier ein Video. Und wer das Lied selbst spielen möchte, findet hier die Noten.

Das Episodenbild zeigt das Gemälde „De bleekzuchtige vrouw“ von Samuel van Hoogstraten. Es stammt aus den 1660er-Jahren und ist eines von vielen Beispielen aus der Genremalerei, das Ärzte bei der Harnschau zeigt.

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ZS167: Mary Toft und die Hasen

Wir springen in dieser Episode an die Anfänge des 18. Jahrhunderts. Protagonistin ist eine einfache Magd, die einige Monate lang mit einer noch nie dagewesenen Sensation das medizinische Establishment Englands in Atem hält.

Wir sprechen über eine unglaubliche Geburt, wie’s dazu kam und die teils schwerwiegenden Folgen für die involvierten Personen.

Das Episodenbild zeigt eine Darstellung der Geschehnisse des in der Episode erwähnten William Hogarth.

Mehr zum Thema mit Bildern zeitgenössischer Darstellungen und Pamphlete gibt’s hier.

Dank an Kurt für den Hinweis, der selbst einen sehr empfehlenswerten Geschichtsblog betreibt.

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ZS156: Charles Lindbergh, Alexis Carrel und die Mensch-Maschine

Wir springen in dieser Folge in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts und beschäftigen uns mit etwas Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Protagonisten der Geschichte sind der Nobelpreisträger Alexis und Carrel und – überraschenderweise – der Flugpionier Charles Lindbergh. Beide sind sie von einem Traum beseelt: den Menschen unsterblich zu machen. Wie sie das erreichen wollen und welche Wege sie bereit sind dafür zu beschreiten besprechen wir in dieser Folge.

Die vorwiegend hierfür verwendete Literatur ist das Buch “The Immortalists” von David M. Friedmann.

Lindbergh und Carrel, wie sie auf dem Cover von TIME erschienen, gibt’s hier zu sehen.

Lindberghs Perfusionspumpe kann man sich etwas genauer hier ansehen.

Das Episodenbild zeigt Lindbergh und Calvin Coolidge, Präsident zum Zeitpunkt des Atlantikfluges, der Lindbergh über Nacht zum Star machte.

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ZS134: Eine kleine Geschichte des Kaiserschnitts anhand der Personen Jacob Nufer, James Barry und Margret Ann Bulkley

Wir beleuchten in dieser Folge die Geschichte des Kaiserschnitts anhand dreier Personen. Zuerst Jacob Nufer, Schweinekastrator aus der Schweiz im 16. Jahrhundert, dann James Barry, Arzt in der britischen Armee im 19. Jahrhundert und schließlich Margret Ann Bulkley, deren Rolle medizingeschichtlich einzigartig ist.

Das Episodenbild zeigt eine Zeichnung des Andreas Vesalius aus dem in der Episode erwähnten Werk “De Humani Corpori Fabrica”.

Erwähnte Literatur

Die Serie zur kleinen Geschichte des Kaiserschnitts der National Library of Medicine gibt’s hier.

Die Geschichte des Jacob Nufer ist im Buch “Der Kayserliche Schnitt – Die Geschichte einer Operation” von Prof. Dr. Volker Lehmann nachzulesen.

Und ein interessantes Paper zur Kindheit und Jugend, und die Verschwörung um Barrys Mutter und die Freunde des einflussreichen Onkels gibt’s von Hercules Michael du Preez.

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ZS51: Eine kurze Geschichte der Rhythmologie und der Erforschung des Herzens

Wir sprechen in diesem Zeitsprung über die Geschichte der Rhythmologie und der Pulslehre. Wir beginnen in China im 5. Jahrhundert vor Christus und hangeln uns vor bis zur Erfindung des Elektrokardiogramms (EKG) Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das ist das erwähnte Buch Geschichte der Herzrhythmusstörungen und die Musik stammt von Ludwig van Beethoven und war ein Teil des Streichquartetts Nr. 13 B-Dur, gespielt vom Pascal String Quartet.


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