ZS240: René Blondlot und die Entdeckung der N-Strahlen

Wir springen in das Jahr 1903 und beschäftigen uns mit einer wissenschaftlichen Entdeckung: Der französische Physiker René Blondlot beobachtete bei Experimenten mit Röntgenstrahlen, dass sich die Helligkeit einer Lichtquelle veränderte. Er erklärte das mit einer neuen Art von Strahlung, die er zu Ehren der Universität in Nancy N-Strahlen nannte.

Die N-Strahlen hätten eine der wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts werden können. Viele Forscher haben begeistert Experimente mit den neuen Strahlen gemacht – aber einige wurden skeptisch. Und so stellte sich bald heraus: Die N-Strahlen gibt es gar nicht. Blondlot hatte sich selbst getäuscht und etwas beobachtet, was gar nicht existiert.

In dieser Folge werden wir unterstützt von Florian Freistetter. Florian ist nicht nur Science Buster, Autor und Podcaster, er hat sich auch vor einiger Zeit einmal mit Blondlot und den N-Strahlen beschäftigt.

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3 Antworten auf „ZS240: René Blondlot und die Entdeckung der N-Strahlen“

Hallo Ihr 2, hab gerade eure aktuelle “Folgw” gehört und kann euch einfach nur dazu gratulieren. Wie immer war es sehr lehrreich und hoch interessant. Und das Fazit Dinge die man glaubt und cool findet das sie so sind trotzdem noch mal zu hinterfragen bleibt bei mir im Kopf hängen. Das ist gerade in der aktuellen Zeit irgendwie besonders wichtig. Danke euch und nacht weiter so. VG Micha

Hallo Daniel und Richard,

ich habe mich sehr gefreut wieder mal eine Episode zur Wissenschaftsgeschichte zu hören. Von den N-Strahlen hatte bereits mal in meinem Physik-Studium am Rande etwas mitbekommen, aber es war sehr interessant die ganzen Zusammenhänge und Hintergründe mal erzählt zu bekommen. Vielen Dank an Florian Freistetter, der für uns diese Geschichte aufgerollt hat und sie vor allem auch mit seinen persönlichen Erfahrungen ergänzen konnte. Als jemand, der auch Physik studiert hat, kann ich bestätigen, dass man in der Wissenschaft auf interessante Entdeckungen und neue Effekte schaut und dabei die kritische Überprüfung der Forschung leider häufig vernachlässigt. So sollte ich in meiner Doktorarbeit zum sogenannten “magnetoelektrischen Effekt” die Forschung von meinem bereits abgegangen Vorgänger fortsetzen, konnte aber in meinen Proben und neuen Messmethoden den zuvor gemessenen Effekt nicht finden. Vermutlich gab diesen Effekt in unseren Proben nie und man hat in die Daten nur das hineininterpretiert, was man sich erwünscht hat. Die Hauptgründe für solche Fehler in der Wissenschaft sind aber meiner Meinung nach der Publikationsdruck, befristete Verträge und fehlende Finanzierung.

Davon abgesehen kenne auch noch eine andere bekannte Geschichte über pathologische Forschung, die etwas jüngeren Datums ist und sich vielleicht auch für einen Zeitsprung eignet. Ich kann ja mal Daniel eine E-mail mit den Hinweis dazu zukommen lassen

Viele Grüße,
Markus

Hallo Daniel und Richard,

Vielen Dank für eure Mühe und euren tollen Podcast! Seit kurzem bin ich ein passionierter Zuhörer und freue mich schon auf weitere Episoden. Da ich mich als Master Student in Molekularbiologie auch schon fast Wissenschaftler nennen kann, habe ich ein paar Anmerkungen an diese Episode. Zumal finde eure Worte über wissenschaftliches Arbeiten sehr wichtig und auch ich finde, dass Replikationsstudien einen höheren Stellenwert haben sollten. Außerdem fände ich es zudem sehr gut, wenn mehr,,negative results” publiziert werden. Meiner Meinung nach hat René Blondlot, jedoch sehr unprofessionell gearbeitet. Natürlich gibt es den experimenter bias, aber ist es nicht gerade bei solchen Experimenten wichtig eine Doppelblindstudie durchzuführen bevor man die Ergebnisse publiziert? Natürlich ist man besonders voreingenommen, wenn es um die eigene Arbeit geht, aber ich glaube es gab und gibt Mittel und Wege diese Fehler zu vermeiden. Was sagt ihr dazu? Findet ihr das Verhalten von Blondlot entschuldbar? Ich bin da nicht so sicher, aber ich weiß auch nicht welchen Stellenwert gute wissenschaftliche Praxis zu dieser Zeit hatte.

Liebe Grüße,
Florian

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