ZS236: Monopoly – Die Geschichte eines Brettspiels

Wir springen ins Jahr 1904 in die USA. Elizabeth Magie bekommt ein Patent für das Brettspiel „The Landlord’s Game“, mit dem sie nicht nur den Kapitalismus ihrer Zeit kritisiert, sondern auch eine andere Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie verbreiten möchte: Das Single-Tax-Prinzip nach Henry George.

Das Spiel verbreitet sich in den folgenden Jahrzehnten in unterschiedlichen Communities, etwa in US-Colleges oder den Quäkern in Atlantic City. So entdeckt es auch Charles Darrow, der eine Variante des Spiels als „Monopoly“ der Spielefirma Parker Brothers anbietet. Darrow galt daher lange Zeit als Erfinder des Spiels, das heute wie kein anderes für den Kapitalismus steht und zu den erfolgreichsten Brettspielen überhaupt zählt.

Das Episodenbild zeigt das „The Landlord’s Game“-Spielbrett aus dem Jahr 1904.

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7 Antworten auf „ZS236: Monopoly – Die Geschichte eines Brettspiels“

Interessant, dieser Henry George! Ob man Monopoly/The Landlord’s Game wohl in kommunistischen Staaten spielt (China, Nordkorea, Venezuela und Co.?)? Oder ist es da vom Staat verboten, so wie zeitweise Tennis und Tanzen im England der frühen Neuzeit? Fußball hat ja auch eine lustige Geschichte…England rühmt sich ja, das Land zu sein, in dem die meisten Gesellschaftsspiele erfunden worden sind. Das Landlords Game also von einer Illionischen Quäkerin!

Feedback zum Feedback:
Lieber Richard,
Kleine Anmerkung zum Geldbeutel-an-Ketten-Paradoxon:
“Metler” fixieren ihre Geldtaschen in erster Linie damit sie im Moshpit nicht rausfallen und verloren gehen und nicht aus Angst vor Diebstahl.In meiner Erfahrung jedenfalls. 🙂
Gute Folge btw.
LG

Sehr spannende Geschichte. Ich wusste zwar dass die Geschichte von Monopoly nicht so ist wie Parker/Hasbro sie erzählen aber das es so komplex ist, war mir nicht bewusst. Persönlich finde ich Monopoly aber ziemlich langweilig, da das Würfelglück viel zu viel Einfluss hat. Ich mag kooperative strategische Spiele sehr viel lieber, vor allem wenn man mit Menschen spielt, die schlecht verlieren können.

Richard definiert ja gegen Ende die Brettspiel-Familie: „Meine Mutter schenkt uns gemeinsam an Weihnachten das jeweilige Spiel des Jahres.“ Und ich dachte nur, ja, genau, so wie bei uns! Wir haben jahrelang Siedler in immer neuen Varianten gespielt, Hase und Igel ist ein Klassiker, die Kinder lieben Camel Up oder das verrückte Labyrinth, entdecken aber so langsam Monopoly.
(Noch ein kleiner, illegaler Spieletipp, mit dem uns meine Tante lange überlistete: Bei guter Kenntnis der Texte auf Gemeinschafts- und Ereigniskarten kann man negative Anweisungen (Zahle für jedes Haus oder Hotel …) durch positive ersetzen (Du hast Geburtstag und bekommst von jeder Mitspielerin …).

Lieber Daniel,
als begeisterter Zeitsprung-Hörer bin ich nun auch bei dieser Folge angekommen. Danke für die interessanten Ausführungen!

Am Ende berichtest du ja, dass das deutsche Spielbrett zunächst mit Berliner Straßen befüllt wurde, später aber willkürliche Namen verwendet wurden. Ich habe darauf gewartet, dass du dann folgenden Artikel zitierst, aber anscheinend ist er dir nicht untergekommen 😉

https://100woerter.de/nonsens-quiz-1-die-frage/

Ich habe nämlich schon vor einiger Zeit einen kurzen Artikel darüber geschrieben, wie viele Monopoly-Straßen tatsächlich im heutigen Berlin zu finden sind. Die Zahl überrascht und du kannst ja mal die Antwort schätzen. Und alle anderen Leserinnen und Leser dieses Kommentars können dies auch tun und dann gucken wir mal, wer am nächsten dran ist 🙂

Ich würde übrigens diese Folge unter dem Artikel verlinken. Ich finde euren Podcast nämlich sehr gut und helfe gern dabei, eure Bekanntheit zu steigern.

Beste Grüße
Peter von 100woerter.de

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