ZS227: Die unsterbliche Henrietta Lacks

Wir springen in dieser Folge in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Zuge der Behandlung eines bösartigen Tumors wird einer Frau namens Henrietta Lacks im Johns Hopkins Krankenhaus in Baltimore Gewebe entnommen. Damit beginnt eine wissenschaftliche Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Allerdings ist es nicht nur eine Geschichte des wissenschaftlichen Triumphes, sondern auch eine Geschiche zweifelhafter wissenschaftlicher Praxis.

Das erwähnte Buch von Rebecca Skloot heißt “The Immortal Life of Henrietta Lacks“.

Das Episodenbild zeigt fluoreszierende HeLa Zellen.

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7 Antworten auf „ZS227: Die unsterbliche Henrietta Lacks“

Hallo,

ich bin Arzt und großer Fan eures Podcasts!

Zur aktuellen Folge:
Es ist bei gesunden Zellen in der Regel so, dass sie an den Enden der DNA-Stränge sogenannte Telomerregionen besitzen. Diese Regionen enthalten keinerlei Informationen, d.h. normalerweise sind auf der DNA “Baupläne” für Proteine kodiert, diese Telomere kodieren aber nicht für Proteine. Jedes mal wenn sich so eine gesunde Zelle teilt wird die Telomerregion kürzer. Nach einer gewissen Anzahl von Teilungszyklen sind diese Telomerregionen “verbraucht” und die Zelle kann sich nicht mehr teilen. Gewebe wirde dann nicht mehr ersetzt und ein Organ altert und stirbt irgenwann.
Tumorzellen haben Mechanismen entwickelt, die dafür sorgen, dass diese Telomere nicht abgebaut werden. Die Zellen sind also in der Lage sich unendlich oft zu teilen (,was im wissenschaftlichen Kontext extrem wichtig ist, weil man ja sonst andauernd Lebewesen Zellen entnehmen müsste, was sowohl aufgrund der gesetzlichen Hürden und auch handwerklich nicht ganz einfach ist). In Verbindung mit Veränderungen, die dazu führen, dass Tumorzellen sich nicht an die Orgengrenzen halten und die natürliche Funktion verlieren, die die gesunden Zellen aus denen sie entstanden sind irgendwann mal erfüllt haben, kommt es zu den schädlichen Effekten, die Krebserkrankungen ausmachen wie u.a. unbegrenztes, verdrängendes Wachstum und Streuung an andere Orte.

Liebe Grüße
Matthias

Hallo,
Erstmal vielen dank für den super Podcast und die super spannende Folge 🙂
Witzigerweise ist mir genau heute die Henrietta neben eurem Podcast nochmal begegnet, in der neuen Dinge Erklärt – Kurzgesagt Folge “Was bist du?”, da wird erwähnt das aus den Zellen bisher wohl 20 Tonnen Biomasse erzeugt worden sind. (https://www.youtube.com/watch?v=r0Af_AT31tc)

Viele Grüße Benjamin

Ahh Benjamin, da warst du etwas schneller. Hab erst die Folge beim Essen machen gehört und beim Essen die Youtube folge angesehen.

Eine kleine Ergänzung zu dem Kommentar von Matthias:
Diese Mechanismus, dass die Telomere nicht abgebaut werden, stimmt nicht ganz ^^
Bei normalen Zellen werden bei jeder Teilung die Telomere kürzer, aber bei Stammzellen in den Eierstöcken der Frau oder im Hoden des Mannes, die Eizellen bzw. Spermien produzieren gibt es ein Enzym, die sogenannte Telomerase, die nach der Replikation der DNA diese Enden wieder auffüllt. Ansonsten würde jede nächste Generation kürzer leben. Da so gut wie alle Zellen des Körpers auch die gesamte Information auf der DNA enthält, haben auch alle Zellen den Code für die Produktion von Telomerasen. Diese ist aber geblockt, damit die Zellen nach einer bestimmten Anzahl an Teilungen sterben. Dieses Phänomen wird “programmierter Zelltod” genannt. Krebszellen jedoch können durch allerlei Mutationen (also Veränderungen der genetischen Information) diese Blockade auflösen und sind damit fähig sich unendlich oft zu teilen. Somit sind sie de facto unsterblich.

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