ZS220: Eine kurze Geschichte der Rohrpost

Wir beschäftigen uns in dieser Folge mit einer Technik, die in den Großstädten um 1900 weit verbreitet war: die Rohrpost. Über Rohrsysteme, die hunderte Kilometer lang waren, wurden kleine Büchsen von Postamt zu Postamt verschickt und so war es möglich, Briefe innerhalb von nur 2 Stunden zuzustellen. Heute findet sich die Technik nur noch in viel kleinerem Maßstab – als Hausrohrpost in Gebäuden.

Doch hinter der Rohrpostidee steckt viel mehr: Vor der Elektrifizierung galt die Pneumatik als Alternative zum Dampfantrieb. Wir sprechen daher über die Anfänge der Rohrpost, über pneumatische und atmosphärische Bahnen und wie es dazu kam, dass die erste U-Bahn in New York pneumatisch betrieben wurde.

Die Einspieler dieser Folge stammen aus einer Folge „Stimmen der Kulturwissenschaften“ mit Florian Bettel.

Themenpate für diese Folge ist Volker, das haben wir leider vergessen zu erwähnen. Als Lektüre sei empfohlen das Buch „Luftzüge. Die Geschichte der Rohrpost“ von Ingmar Arnold.

Das Episodenbild zeigt das Postscheckamt Berlin 1959 (Bundesarchiv, Bild 183-61662-0003 / Mihatsch / CC-BY-SA 3.0)

Wer Zeitsprung unterstützen möchte: Alle Hinweise, wie ihr uns finanziell unterstützen könnt, findet ihr hier. Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast bei iTunes rezensiert oder bewertet. Für alle jene, die kein iTunes verwenden, gibt’s die Podcastplattform Panoptikum, auch dort könnt ihr Zeitsprung empfehlen, bewerten aber auch euer ganz eigenes PodcasthörerInnenprofil erstellen.

Wir freuen uns auch immer, wenn ihr euren Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen oder sogar Nachbarinnen und Nachbarn von Zeitsprung erzählt!


 

11 Antworten auf „ZS220: Eine kurze Geschichte der Rohrpost“

Beim Hyperloop, einem Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem im Teststadium, bei dem sich Kapseln in einer weitgehend evakuierten Röhre auf Luftkissen bewegen, wird die Technik heute wieder aufgegriffen.

Es gab beides. Daher wurden die Büchsen auch vorher per elektrischer Telegrafie angekündigt und der Erhalt bestätigt.

Hallo,
danke für Eure Buchtipps; ich hab mir das erwähnte von Ingmar Arnold sowie das Buch “Eine feine Gesellschaft” von Martina Winkelhofer aus dem vorhergehenden Beitrag bestellt.
Schöne Feiertage Euch,

viele Grüße

Martin

Ich selber habe zumindestens bis kurz nach der Jahrtausendwende in einem Einkaufsgroßmarkt der Kette real™ in Erfurt miterleben können, wie mittels Rohrpost Zahlungsbelege und Dokumente für kaufmännische Prozesse zwischen den einzelnen Kassen und der Marktverwaltung – beziehungsweise Buchhaltung – in knapp zehn Zentimetern im Durchschnitt messenden Kunststoffbehältern versendet wurden.

Nicht zu vergessen, dass ich zu Beginn der 1990er Jahre die deutsche Puppenspielserie „Hallo Spencer“ regelmäßig und gern mir anschaute. Auch dort diente zur Kommunikation der Figuren untereinander ein Rohrpostsystem.

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Hallo_Spencer

…sehr faszinierendes Thema. Im Zweckverband Krankenhaus Bad Oeynhausen gab es ebenfalls mindestens bis zur Jahrtausendwende ein Rohrpostsystem mit dem Blutproben von Station ins Labor, Befunde retour und allerhand Schriftverkehr in die Verwaltung geschickt wurde. Die Behälter hatten eine Art Drehverschluss, an dem die Adresse der Zielstation als 3 oder 4 stellige Zahl eingestellt wurde.

Ich interessiere mich für Technik schon lange, weil ich die Themen in meinen Projekten habe. Rohrpost wurde als Alternative zu Dampfantrieb entdeckt. Jetzt möchte ich diese Idee zur Elektrifizierung in meinem Bauprojekt realisieren. Danke für die kurze Geschichte der Rohrpost!

In Prag gab es in den 1990ern noch eine genutzte Rohrpost. Erst das Hochwasser der Moldau 2002 vesetzte der Rohrpost den Todesstoß, da Teile des Netzes geflutet und zerstört wurden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.