17 Jul

ZS199: UC 71 und der U-Boot-Krieg im Ersten Weltkrieg

Wir springen etwa 100 Jahre zurück und beschäftigen uns mit einem U-Boot: UC 71. Das U-Boot liegt in der Nähe von Helgoland auf dem Meeresboden. Doch es ist nicht während der Kampfhandlungen untergegangen, sondern kurz bevor es nach Ende des Krieges im Februar 1919 an Großbritannien übergeben werden sollte.

Florian Huber ist Unterwasserarchäologe und er hat herausfinden können, wie es zum Untergang von UC 71 gekommen ist. Er unterstützt uns in dieser Folge als Experte und erzählt auch von Georg Trinks, der als Maschinist lange an Bord von UC 71 war und zwei Tagebücher hinterlassen hat, die uns einen Einblick über das Leben an Bord geben.

Außerdem sprechen wir über die Bedeutung des U-Boot-Kriegs im Ersten Weltkrieg und welche Gegenmaßnahmen die Royal Navy gegen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg der Kaiserlichen Marine unternommen hat.

Hinweis zur 200. Folge

Für die Jubiläumsfolge planen wir eine Spezialausgabe, in der wir mit euch ins Gespräch kommen wollen und über Zeitsprung sprechen möchten. Wenn ihr immer schon mal was über Zeitsprung oder uns wissen wolltet, dann ist jetzt die Gelegenheit. Außerdem interessiert uns natürlich, wann, wie, wo und warum hört ihr Zeitsprung und was ihr so erlebt habt beim Hören. Daher: Erzählt uns eure Geschichten!

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4 Gedanken zu „ZS199: UC 71 und der U-Boot-Krieg im Ersten Weltkrieg

  1. Hallo Zeitsprüngler,

    die U-Boote waren für die Alliierten im 2. Weltkrieg deutlich gefährlicher als im 1. Weltkrieg. Ja es gab besserer Abwehrmaßnahmen aber auch die U-Boote sind leistungsstärker geworden. Diese Statistik dazu ist ganz interessant:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Uboot_krieg.jpg

    Was in der Statistik nicht drin ist sind die unterschiedlichen erfolge der Briten bei der Entschlüsslung des Deutschen Funkverkehres (Stichwort Enigma.

    Zum Altersschnitt bei Soldaten. Sehr junge Leute in höheren Führungspositionn gab es nicht nur bei der U-Boot Waffe sondern auch überall sonst wo man hohe Verluste hatte (also praktisch überall). Mit mitte 20 galt man bei aktiven Jagdflieger schon uralt.

    Der alteresschnitt bei durchschnittlichen Kriegsfilmen ist auf jeden Fall deutlich zu hoch.

  2. Im 2 Weltkrieg sind von 40.000 Mann U-Bootbesatungen etwa 30.000 gefallen. Bevor aber die Alierten den deutschen Funk Code geknackt hatten und Echolot; Wasserbomben, Fliegerangriffe und Geleitzüge den U-Booten das leben schwer gemacht hatten, war das U-Boot für die Alliierten eine wirkliche Bedrohung im 2 Weltkrieg. Zeitweise wurden so viele Schiffe verloren, das die Versorgung Englands bedroht war. Auch die USA war Anfangs noch ziemlich hilflos und U-Boote versenkten viele Schiffe direkt vor der Küste der USA ohne das die US Marine etwas dagegen unternehmen konnte und man deshalb darüber erst gar nichts berichtet um eine Massenpanik bei der Bevölkerung zu verhindern .Deutschland setze große Hoffnungen auf die Unterseeboote. Wirtschaftlich war aber vor allem die USA mit ihren Schiffsbau so stark das die Deutschen niemals ihre eigen Verluste ausgleichen konnte während die USA immer mehr Schiffe und sonstige Güter auf die Schlachtfelder schicken konnte. Neue und bessere Deutsche U-Boote konnten den Kriegsausgang nicht mehr abändern und kamen viel zu spät und in viel zu geringen Stückzahlen. Diese Boote waren aber für die Nachkriegskonstruktionen der Alliieren oftmals Vorbilder.
    Gratuliere Euch zu bald 200 Folgen und mögen die 1000 mindestens noch voll werden!

  3. Moin,

    schöne Episode. Bin vor nicht allzu langer Zeit über das (wieder entdeckte) Interesse an der Skagerrakschlacht / Battle of Jutland und ein paar diesbezügliche Bücher zum Interesse am Seekrieg des Ersten Weltkriegs gekommen. Gerade arbeite ich mich durch Norman Friedman “Fighting the Great War at Sea: Strategy, Tactics and Technology” (das “arbeiten” kann man wörtlich nehmen; nicht gerade das eingängigste Werk) und wie es der Zufall so will, war ich gerade beim Kapitel über den U-Boot-Krieg und die Gegenmaßnahmen, als eure Episode herauskam. Ein sehr komplexes Thema, weil es technisch und taktisch eine Zeit des Experimentierens und Herantastens war. Zum Beispiel erfand man zwar die Wasserbombe, konnte diese aber mangels präziser Ortungsmethoden kaum effektiv einsetzen. Sowohl aktives wie auch passives Sonar steckten noch in den Kinderschuhen. Interessanterweise waren aus britischer Sicht im Verhältnis zum eingesetzten Aufwand eigene U-Boote eine der effektivsten Maßnahmen gegen deutsche U-Boote: Da sie mehrheitlich über Wasser fahren mussten, waren sie für britische U-Boote, die in den bekannten “Jagdgebieten” und Anmarschwegen lauerten, oftmals leichte Ziele (Unterwasserduelle zwischen U-Booten wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg technisch möglich, obwohl es schon im Zweiten Weltkrieg den einen oder anderen Glückstreffer gab).

    Wenn man sich ein bisschen für Militärgeschichte interessiert, ist der U-Boot-Krieg des Zweiten Weltkriegs ja immer sehr präsent – nicht zuletzt durch “Das Boot”. Das Buch/der Film/die Serie(n) haben die Populärkultur zu dem Thema ja sehr stark geprägt. Der U-Boot-Krieg des Ersten Weltkriegs verblasst dagegen in der Erinnerungskultur, obwohl er ähnliche Ausmaße und eine mindestens genau so große Bedeutung hatte (nicht zuletzt durch den dadurch provozierten Kriegseintritt der USA). Danke daher für das Aufgreifen dieses Themas. Die Geschichte von UC 71 war mir auch noch unbekannt; das Buch steht jetzt aber auf meiner Wunschliste.

    VG
    Peter

    P.S.: Eine “englische Marine” dürfte man seit einigen hundert Jahren nicht mehr finden (und wenn, gibt es auch eine schottische, walisische und nordirische?) 😉

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