ZS199: UC 71 und der U-Boot-Krieg im Ersten Weltkrieg

Wir springen etwa 100 Jahre zurück und beschäftigen uns mit einem U-Boot: UC 71. Das U-Boot liegt in der Nähe von Helgoland auf dem Meeresboden. Doch es ist nicht während der Kampfhandlungen untergegangen, sondern kurz bevor es nach Ende des Krieges im Februar 1919 an Großbritannien übergeben werden sollte.

Florian Huber ist Unterwasserarchäologe und er hat herausfinden können, wie es zum Untergang von UC 71 gekommen ist. Er unterstützt uns in dieser Folge als Experte und erzählt auch von Georg Trinks, der als Maschinist lange an Bord von UC 71 war und zwei Tagebücher hinterlassen hat, die uns einen Einblick über das Leben an Bord geben.

Außerdem sprechen wir über die Bedeutung des U-Boot-Kriegs im Ersten Weltkrieg und welche Gegenmaßnahmen die Royal Navy gegen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg der Kaiserlichen Marine unternommen hat.

Hinweis zur 200. Folge

Für die Jubiläumsfolge planen wir eine Spezialausgabe, in der wir mit euch ins Gespräch kommen wollen und über Zeitsprung sprechen möchten. Wenn ihr immer schon mal was über Zeitsprung oder uns wissen wolltet, dann ist jetzt die Gelegenheit. Außerdem interessiert uns natürlich, wann, wie, wo und warum hört ihr Zeitsprung und was ihr so erlebt habt beim Hören. Daher: Erzählt uns eure Geschichten!

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8 Antworten auf „ZS199: UC 71 und der U-Boot-Krieg im Ersten Weltkrieg“

Hallo Zeitsprüngler,

die U-Boote waren für die Alliierten im 2. Weltkrieg deutlich gefährlicher als im 1. Weltkrieg. Ja es gab besserer Abwehrmaßnahmen aber auch die U-Boote sind leistungsstärker geworden. Diese Statistik dazu ist ganz interessant:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Uboot_krieg.jpg

Was in der Statistik nicht drin ist sind die unterschiedlichen erfolge der Briten bei der Entschlüsslung des Deutschen Funkverkehres (Stichwort Enigma.

Zum Altersschnitt bei Soldaten. Sehr junge Leute in höheren Führungspositionn gab es nicht nur bei der U-Boot Waffe sondern auch überall sonst wo man hohe Verluste hatte (also praktisch überall). Mit mitte 20 galt man bei aktiven Jagdflieger schon uralt.

Der alteresschnitt bei durchschnittlichen Kriegsfilmen ist auf jeden Fall deutlich zu hoch.

Im 2 Weltkrieg sind von 40.000 Mann U-Bootbesatungen etwa 30.000 gefallen. Bevor aber die Alierten den deutschen Funk Code geknackt hatten und Echolot; Wasserbomben, Fliegerangriffe und Geleitzüge den U-Booten das leben schwer gemacht hatten, war das U-Boot für die Alliierten eine wirkliche Bedrohung im 2 Weltkrieg. Zeitweise wurden so viele Schiffe verloren, das die Versorgung Englands bedroht war. Auch die USA war Anfangs noch ziemlich hilflos und U-Boote versenkten viele Schiffe direkt vor der Küste der USA ohne das die US Marine etwas dagegen unternehmen konnte und man deshalb darüber erst gar nichts berichtet um eine Massenpanik bei der Bevölkerung zu verhindern .Deutschland setze große Hoffnungen auf die Unterseeboote. Wirtschaftlich war aber vor allem die USA mit ihren Schiffsbau so stark das die Deutschen niemals ihre eigen Verluste ausgleichen konnte während die USA immer mehr Schiffe und sonstige Güter auf die Schlachtfelder schicken konnte. Neue und bessere Deutsche U-Boote konnten den Kriegsausgang nicht mehr abändern und kamen viel zu spät und in viel zu geringen Stückzahlen. Diese Boote waren aber für die Nachkriegskonstruktionen der Alliieren oftmals Vorbilder.
Gratuliere Euch zu bald 200 Folgen und mögen die 1000 mindestens noch voll werden!

Moin,

schöne Episode. Bin vor nicht allzu langer Zeit über das (wieder entdeckte) Interesse an der Skagerrakschlacht / Battle of Jutland und ein paar diesbezügliche Bücher zum Interesse am Seekrieg des Ersten Weltkriegs gekommen. Gerade arbeite ich mich durch Norman Friedman “Fighting the Great War at Sea: Strategy, Tactics and Technology” (das “arbeiten” kann man wörtlich nehmen; nicht gerade das eingängigste Werk) und wie es der Zufall so will, war ich gerade beim Kapitel über den U-Boot-Krieg und die Gegenmaßnahmen, als eure Episode herauskam. Ein sehr komplexes Thema, weil es technisch und taktisch eine Zeit des Experimentierens und Herantastens war. Zum Beispiel erfand man zwar die Wasserbombe, konnte diese aber mangels präziser Ortungsmethoden kaum effektiv einsetzen. Sowohl aktives wie auch passives Sonar steckten noch in den Kinderschuhen. Interessanterweise waren aus britischer Sicht im Verhältnis zum eingesetzten Aufwand eigene U-Boote eine der effektivsten Maßnahmen gegen deutsche U-Boote: Da sie mehrheitlich über Wasser fahren mussten, waren sie für britische U-Boote, die in den bekannten “Jagdgebieten” und Anmarschwegen lauerten, oftmals leichte Ziele (Unterwasserduelle zwischen U-Booten wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg technisch möglich, obwohl es schon im Zweiten Weltkrieg den einen oder anderen Glückstreffer gab).

Wenn man sich ein bisschen für Militärgeschichte interessiert, ist der U-Boot-Krieg des Zweiten Weltkriegs ja immer sehr präsent – nicht zuletzt durch “Das Boot”. Das Buch/der Film/die Serie(n) haben die Populärkultur zu dem Thema ja sehr stark geprägt. Der U-Boot-Krieg des Ersten Weltkriegs verblasst dagegen in der Erinnerungskultur, obwohl er ähnliche Ausmaße und eine mindestens genau so große Bedeutung hatte (nicht zuletzt durch den dadurch provozierten Kriegseintritt der USA). Danke daher für das Aufgreifen dieses Themas. Die Geschichte von UC 71 war mir auch noch unbekannt; das Buch steht jetzt aber auf meiner Wunschliste.

VG
Peter

P.S.: Eine “englische Marine” dürfte man seit einigen hundert Jahren nicht mehr finden (und wenn, gibt es auch eine schottische, walisische und nordirische?) 😉

Ich fand euren Podcast sehr sehr interessant, da das Thema Krieg jede Person (egal ob groß oder klein) erschüttert und Länder wie zum Beispiel
Syrien heutzutage noch betroffen sind. Aus diesem Grund war es interessant zu erfahren, wie der U-Boot-Krieg im ersten Weltkrieg abgelaufen ist und wie er zustande kam.

Lieber Daniel, lieber Richard,

Nachdem ich am 25. Dezember 2019 mit dem Voynich-Manuskript begonnen habe, euch zu lauschen, habe ich mittlerweile alle Episoden gehört.

Bei ZS199 fiel mir auf, dass ein Spezial mit dem kompletten Interview angekündigt wurde. Leider habe ich dieses nicht gefunden.

Beste Grüße aus der Wiege des deutschen Fußball

Sehr geehrte Podcastmitarbeiter,

Ich fand das Thema sehr Interessant und auch sehr gut erklärt. Man hat alles verstanden und ich konnte mir sehr vieles merken. Es wurde auch nicht langweilig da zwischendurch auch Gespräche gab die aber zum Thema passten. Weiter so !

Hallo,
leider etwas verspätet ein Kommentar zum Thema Kreiselkompass – dessen Technik im Podcast als für Euch/Dich unklar vorgestellt wurde. Wie Ihr bereits erklärt habt funktioniert ein Magnetkompass innerhalb einer Stahlröhre nicht, da das Erdmagnetfeld nicht durch die eisenhaltige Bootshülle dringt. Als Ersatz für einen Magnetkompass wird dazu ein Kreiselkompass verwendet – dieser funktioniert auf Basis eines elektrisch angetriebenen Kreisels dessen Drehachse horizontal ausgerichtet / konstruiert ist und zumindest um die Vertikalachse frei beweglich ist. Das Grundprinzip nennt sich Drehimpulserhaltung – ein in Rotation befindlicher Körper versucht schlicht und einfach seine Lage unverändert im Raum zu halten wenn er in den Rotationsachsen frei beweglich ist – das ist übrigens der Grund warum wir mit dem Fahrrad im Stand umfallen – jedoch nicht sobald die Räder in Rotation sind – das ist exakt der identische Wirkmechanismus. In der Fliegerei ( daher kenne ich das auch gut ) als auch in der Schiffahrt sind solche Systeme seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt. Der Kreiselkompass bietet nicht nur im UBoot eine Alternative zum Magnetkompass. Das Erdmagnetfeld zeigt neben der Ablenkung / Auslöschung durch ferromagnetische Materialien auch noch ganz andere Probleme wie lokale Erdfeldanomalien, Mißweisungen, Abweichungen in Polnähe etc. – stellt also keine ideale Basis für wirklich exaktes Navigieren dar. Ein Kreiselkompass muss nach Aufstart auf magnetisch Nord mithilfe eines Magnetkompass abz. der bekannten Abweichungen des Magnetkompass abgeglichen werden, das macht jeder Pilot / Schiffsführer mit so einem System an Bord vor Reisebeginn – teilweise muss das nach gewisser Zeit, je nach Güte des Kreiselsystems und Achsbelastungen auch nachjustiert werden.

Herzlichen Dank für einen superinteressanten Podcast den ich erst vor kurzer Zeit entdeckt habe – macht weiter so !

Viele Grüße Michael

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