01 Mai

ZS188: Martin Couney und die Inkubator-Ausstellungen

Wir springen an den Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA und beschäftigen uns mit Martin Couney. Der vermeintliche Doktor hat 40 Jahre lang Babys in Inkubatoren ausgestellt. „All the world loves a baby“ war der Werbespruch, der das Publikum in die Ausstellung locken sollte – der Eintritt hat 25 Cent gekostet.

Wir sprechen darüber, warum sich in den Krankenhäusern nicht um die Kinder gekümmert wurde und wie es Couney gelang, im Laufe der Jahrzehnte zwischen 6.000 bis 7.000 Kinder zu retten und die Medizingeschichte zu prägen.

Vielen Dank an Prof. Osten, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, am UKE in Hamburg, der uns in dieser Folge als Experte unterstützt hat.

Das erwähnte Buch von Dawn Raffel heißt „The Strange Case of Dr. Couney – How a Mysterious European Showman Saved Thousands of American Babies“.

Wie in der Folge beschrieben, hier der Vergleich der Ausstellungen von Couney und Alexandre Lion.

Die Inkubator-Ausstellung von Lion auf der International Colonial Exposition in Lyon im Jahr 1894.

Hier die Ausstellung von Couney (gleichzeitig das Episodenbild) auf der Alaska-Yukon-Pacific-Exposition in Seattle 1909.

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6 Gedanken zu „ZS188: Martin Couney und die Inkubator-Ausstellungen

    • Danke für den Hinweis! Weiß nicht warum das nicht ging. Habe es aber neu eingebunden, jetzt klappts und verlinkt direkt zur Wikipedia.

  1. Spannende Folge, danke!

    Daniel sagte, die Frühchen wurden “nur immer in der Sommersaison” ausgestellt. Was war denn im Rest des Jahres?

    • Danke! Im Rest des Jahres wurden weniger Kinder gerettet. Viele berichten auch, dass sie das Glück hatten, im Sommer geboren zu sein. Eine Möglichkeit waren noch Sonderausstellungen oder Weltausstellungen. Und die Frage ist auch, was passierte im Rest des Landes?

  2. Hallo Daniel,
    Du erwähntest, dass die Ausstellungen immer ein halbes Jahr stattfanden, dann pausierten. Was passierte mit den Babys in den Saisonpausen?
    Wie lange ging ein Ausstellungstag und hatten die Eltern jederzeit Zugang zum Kind?
    Eigentlich erschreckend, der Zugang für bestimmte Teile der Bevölkerung Amerikas zu Medizin hat sich in einem knappen Jahrhundert kaum verbessert.

    • Wie lange so ein Ausstellungstag ging, habe ich leider nicht rausfinden können. Zugang für die Eltern war wohl gegeben, Couney hat viel Zuwendung für die Kinder gefordert. Es gab die Sorge vor Hospitalismus, dass eine mangelnde Umsorgung und lieblose Behandlung negative Auswirkungen haben würde.
      Was häufiger beschrieben wird, ist die Geschichte mit den Saisonpausen, da berichten die geretteten Kinder, dass sie das Glück hatten, im Sommer geboren zu sein und nicht im Winter. Eine Möglichkeit waren dann noch Sonderausstellungen, wie die Weltausstellungen. Die Frage ist ja auch, was passierte im Rest des Landes?

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