17 Okt

ZS160: Barbareskenstaaten und die europäischen Seemächte

Wir springen zurück in die Frühe Neuzeit und beschäftigen uns diese Woche mit Piraterie, Kaperei und Sklavenhandel. Während die europäischen Seemächte den Seehandel, und insbesondere den transatlantischen Sklavenhandel, immer weiter ausbauten, wurden ihre Schiffe von den Barbaresken-Korsaren der nordafrikanischen Küste bedroht. Denn die kaperten die Schiffe und versklavten die Besatzung.

Als Gegenmaßnahmen richteten die europäischen Seemächte zB. Versicherungen ein, sog. Sklavenkassen, oder schlossen tributgestützte Verträge. Die Bittbriefe der Gefangenen und die Berichte der Zurückgekehrten prägten in der Folge das negative Bild, das sich bei den europäischen Seemächten von den islamisch geprägten Reichen verbreitete.

Ein Rückkehrer war Hark Olufs, der nach 12 Jahren Gefangenschaft wieder nach Amrum kam. Sein Grabstein, auf dem seine Lebensgeschichte erzählt wird, ist ein vielbesuchtes Kulturdenkmal auf Amrum.

Hark Olufs Grabstein

Der Grabstein von Hark Olufs auf Amrum.

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4 Gedanken zu „ZS160: Barbareskenstaaten und die europäischen Seemächte

    • Vielen Dank für das Lob!
      Hier sind ein paar Literaturtipps, die ich zur Vorbereitung verwendet habe:

      Sehr ausführlich und empfehlenswert: Das Buch „Zwischen Sklavenkassen und Türkenpässen. Nordeuropa und die Barbaresken in der Frühen Neuzeit“ von Magnus Ressel (https://www.degruyter.com/view/product/182088). Hilfreich fand ich auch noch folgende Aufsätze:

      • Rheinheimer, M. (2014). Identität und Kulturkonflikt. Historische Zeitschrift, 269(1), S. 317-370.
      • Magnus Ressel: Zwischen Sklavenkassen und Türkenpässen. Die nordeuropäische Seefahrt im Zeichen der Barbareskengefahr, in: discussions 5 (2010).
      • Magnus Ressel: Hamburg und die Niederelbe im atlantischen Sklavenhandel der Frühen Neuzeit
      • Almut Hinz: Die „Seeräuberei der Barbareskenstaaten“ im Lichte des europäischen und islamischen Völkerrechts
  1. Wie wurde die Geschichte von Hark Oluf denn bis jetzt gerettet? Hat er selbst ein “Tagebuch” geführt über die 12 Jahre? Ich meine, weil er seine Erlebnisse dort in Europa ja nicht wahrheitsgemäß wiedergeben konnte. Oder verstehe ich das falsch?

    • Unser Wissen über ihn und seine Geschichte beruht vor allem auf seiner Autobiographie, der er Jahre nach seiner Rückkehr veröffentlicht hat. Ob sie auf Aufzeichnungen beruht, die er währenddessen gemacht hat, weiß ich gar nicht. Aber es ist definitiv ein Text, der als Quelle kritisch zu hinterfragen ist.

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