11 Jul

ZS146: Tripel-Allianz-Krieg

Wir springen in dieser Folge nach Südamerika in die La Plata-Region und beschäftigen uns mit dem bislang größten militärischen Konflikt des Subkontinents: den Tripel-Allianz-Krieg. Von 1864 bis 1870 kämpfte Paraguay gegen die Tripel-Allianz bestehend aus Argentinien, Brasilien und Uruguay. Der Krieg hatte für Paraguay, das ungefähr die Hälfte seiner Einwohner verlor, verheerende Folgen und prägt das Land bis heute. Wir sprechen darüber, wie es dazu kam, wie der Krieg verlief, welche Folgen er hatte und wie er bis heute erinnert wird.

Vielen Dank an Prof. Dr. Ralph Rotte von der RWTH Aachen, der uns als Experte zur Verfügung stand und ein Buch über den Tripel-Allianz-Krieg geschrieben hat: Paraguays „Großer Krieg“ gegen die Tripel-Allianz.

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4 Gedanken zu „ZS146: Tripel-Allianz-Krieg

  1. Es ist wirklich irre, dass man von einem (zumindest für ein Land) so vernichtenden Krieg einfach nichts weiß! Mir war das alles auch komplett neu. Was mich nicht überrascht, ist wiederum, dass das in Paraguay bis heute ein Thema ist.

    Ein Freund hat mir kürzlich eine sehr ähnliche Geschichte über Bolivien erzählt. Die verloren im sogenannten Salpeterkrieg ihren Meereszugang an Chile. Jedes Jahr im März wird daher in Bolivien der “Tag des Meeres” gefeiert. Mit groß angelegten Paraden wird da der Niederlage gedacht und – wenn man meinem Freund glaubt – kommt das Thema auch in Gesprächen mit Bolivianern ständig auf. Die sagen dann Dinge wie “eines Tages wird Bolivien sein Meer zurückbekommen”. Der Krieg endete übrigens 1884.

    • Zu Bolivien gibt es da auch noch eine interessante Verbindung: Gran Chaco ist ein Gebiet zwischen Paraguay und Bolivien. Nach dem Tripel-Allianz-Vertrag wäre das Gebiet an Argentinien gegangen, aber Brasilien stellte nach Ende des Krieges quer und so wurde das Gebiet zunächst Paraguay zugesprochen. Bolivien hatte auch Ansprüche und für sie war des Gebiet nach dem Salpeterkrieg eine Möglichkeit, zumindest durch die dort verlaufenden Flüsse wieder Meerzugang zu erlangen. Der Streit führte schließlich 1932 bis 1935 zum Chacokrieg.

  2. Zuerst will ich sagen, dass ich ein grosser Fan eures Podcasts bin: Herzlichen Glückwunsch zu so vielen und interessanten Materien. Allerdings weist diese Folge zu dem Triplice-Allianz Krieg mehrere Ungereimtheiten und leider auch Fehler auf: Es heisst z.B. Paraguayer und Uruguayer, nicht Paraguaianer und Uruguaianer, wie es im podcast fast durchgängig gesprochen wird. Paraguay hatte damals sehr wohl ein wichtiges Exportprodukt (Mate-Tee) und der Zugang zum Paraná-Fluss bis zu den Meereshafen in der Rio de la Plata – Bucht war sicherlich eines der Hauptinteressen im Krieg – ein wichtiger Grund für Paraguay den Krieg anzufangen, der im Gespräch nicht gewürdigt ist.
    Natürlich hatte England sehr wohl ´seine Finger im Spiel´– profitierte es doch von einem Krieg in dem es nicht direkt einzugreifen brauchte und dem das Land Paraguay mittlerweile ein Dorn im Auge geworden war (das sich nämlich eher nach Preussen und Frankreich Napoleons III orientierte und sogar eine eigene Industrie aufzubauen im Begriff war). In der brasilianischen Geschichtsschreibung heisst es: Grossbritannien machte geradezu einen perfekten Coup; wurde es doch der eigentliche Gewinner des Krieges. Denn als militärischer Ausrüster und als Gläubiger und Leihgeber der finanziellen Mittel zum Krieg brachte es das Land Brasilien in eine Verschuldungslage und damit andauernde Wirtschaftsabhängigkeit von der es sich nie wieder ganz erholen sollte (eine der perfidestes Seiten der Kolonialpolitik, wobei Grossbritannien nicht einmal in Erscheinung treten – geschweige denn militärisch eingreifen brauchte).
    Auch wäre es für das Publikum sicherlich interessant gewesen, zu erwähnen, dass Paraguay vor Beginn des Krieges sein Heer ausgerechnet an preussisches Vorbild anlehnte und auch extrem aufrüstete. Das Heer, trotz des kleinen Ausmasses des Landes, war dadurch sehr viel organisierter und professioneller, als die seiner Nachbarstaaten.
    Vielleicht wollt ihr das Thema in Zukunft sozusagen zur ´Rehabilitation´ wieder indirekt aufnehmen und dann die Landesbewohner korrekt bezeichnen. Dazu rate ich zu zwei interessanten und hier unerwähnten Themen: die Geschichte des Mate-Tees oder die unglaubliche Geschichte der Irin Elisa Alícia Lynch (geborene Elisabet Alícia Lynch), die Francisco Solano Lopes bei Napoleon III in Paris kennengelernt hatte, mit der er in ´Wilder Ehe´ lebte, die viele Chronisten für eine Kriegstreiberin hielten und die dann verarmt im Exil starb. Eine andere interessante Frauenfigur aus dieser Zeit und Region – wenn auch einige Jahre zuvor verstorben – über die sich ein podcast lohnte – wäre auch noch Anita Garibaldi, Revolutionärin und grosse Liebe von Giuseppe Garibaldi, der ´Befreier Italiens´, dessen ´südamerikanische´ Episode in Deutschland kaum bekannt ist.

    • Vielen Dank für dein Feedback und deine Ergänzungen zur Folge! Für mich war es die 1. Folge über Südamerika und ich denke, dass das Thema für die meisten unserer Hörer*innen genauso unbekannt war, wie für mich noch vor ein paar Wochen. Dass ich die Einwohner*innen falsch benannt habe, ist natürlich ärgerlich. Dein Kommentar zeigt mir aber vor allem, dass es noch viele Themen gibt, die wir aufgreifen und erzählen sollten, um das Bild Südamerikas noch wesentlich differenzierter darzustellen.

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