13 Sep

ZS103: Demoskopie – eine kurze Geschichte der (politischen) Meinungsforschung

Wir springen diesmal ins 20. Jahrhundert zurück und beschäftigen uns mit der Geschichte der politischen Umfrage. Gerade in Wahlkampfzeiten ist Meinungsforschung nicht nur besonders gefragt, sondern steht ebenso in der Kritik: Inwiefern verändern Sonntagsfragen Wahlentscheidungen?

Wenn es um die Geschichte der Umfragen geht, wird häufig von einer Wette erzählt. George Gallup sagte 1936 mit Hilfe einer repräsentativen Umfrage das Wahlergebnis der US-Präsidentschaftswahl richtig voraus. Ist das tatsächlich der Beginn der modernen Meinungsforschung, oder doch eher ein Mythos? In Deutschland etablierte sich die Meinungsforschung jedenfalls nach dem 2. Weltkrieg als amerikanische bzw. demokratische Wissenschaft.

Ein großer Dank geht an Anja Kruke, die als Expertin für diese Episode zur Verfügung stand! Die Historikerin leitet das Archiv der sozialen Demokratie bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und sie hat über die Geschichte der Demoskopie promoviert (Demoskopie in der Bundesrepublik Deutschland – Meinungsforschung, Parteien und Medien 1949-1990).

Das Episodenbild zeigt eine Zeitschrift aus dem Jahr 1919, in der den Leserinnen und Lesern gezeigt wurde, wie sie in den Wahllokalen erwartet.

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10 Gedanken zu „ZS103: Demoskopie – eine kurze Geschichte der (politischen) Meinungsforschung

  1. Kann man sich das ausrechnen? DOCH, das kann man! 1.96 * Wurzel aus ((p * (100-p)/n)), in Deinem Beispiel ist n=1000 und p=40. LG Nana, die sich jede Woche auf Euren Podcast freut 🙂

  2. Hi ihr zwei, ich muss euch noch mal sagen, wie toll ich euren Podcast finde. Gerade als Geschichts-Muffel. Ihr bringt das sehr gut und interessant rüber und seid super sympathisch. Natürlich liegen einem vielleicht nicht alle Themen (Folge 100 musste ich leider abschalten aufgrund der Vorwarnung), aber z.B. fand ich die letzten drei sehr gut.

  3. Hallo Ihr beiden, danke für viele hochinteressante Zeitsprünge.
    Mein Pile of shame der Podcasts ist so hoch, dass ich erst jetzt dazu komme, diese Folge zu hören. Vielleicht habe ich ein Detail überhört, aber eine Sache ist mir da noch nicht ganz klar geworden:
    Warum hielt Gallup seine Umfragen für repräsentativer als die Leserumfragen von Literary Digest? Lag es daran, dass die Leserschaft der Zeitschrift schon für eine bestimmte politische Richtung stand, oder hatte das noch andere Gründe?

    • Hey Antonio,

      ja, genau. Das Sample der Zeitung war deutlich größer, aber auch ziemlich biased. Er hat dann gezeigt, dass viel nicht unbedingt viel hilft, sondern es stattdessen entscheidender ist, eine repräsentative Auswahl an Personen zu haben.

  4. Pingback: Lieblings-Sammlung 15 – btw17 und nrw17 – Lieblings-Plätzchen

  5. Ooch, Ihr Lieben, das ist doch gar kein Problem, Euren podcast zum Einschlafen zu hören. Ich mache das regelmäßig. Heißt, das Eure Stimmen harmonisch sind und mich beruhigend einlullen können.
    Und dann höre ich mir die halb verschlafene Folge einfach nochmal wach an. Also manchmal insgesamt sogar dreimal 😉

    Ansonsten wieder einmal ein auf den ersten Blick trockenes Thema spannend, mit überaschenden neuen Inhalten für mich (was auch immer das jetzt über meine Allgemeinbildung aussagt;-))erzählt. Jedenfalls vertraue ich mittlerweile blind darauf, dass mich der podcast interessieren wird, egal welches Thema behandelt wird. Wie früher beim engagierten Lieblingslehrer bei eher ungeliebten Fächern. Nur das Geschichte eben immer eins meiner Lieblingsfächer war. Ihr solltet unbedingt systematisch für How-to-Unterichten-von-Teenagern herangezogen werden. Vielleicht solltet Ihr dazu mal eine Umfrage anregen…

    Meine Wahlentscheidungen treffe ich aber immer sehr bewusst, behaupte ich. Manchmal auch aufgrund von Prognosen, z.B. wenn ich in einem Wahlbezirk wohne, in dem nur zwischen dem SPD- oder CDU-Direktkandidaten entschieden wird und z.B. eine CDU-FDP Koalition auf Bundesebene wahrscheinlich ist. Als Linkenwählerin möchte ich das dann z.B. verhindern und zwinge meine Hand dann widerstrebend, bei der SPD mein Kreuz zu machen und nur die Parteistimme der Linken zu geben. Nicht ohne den Direkkandidaten dann zuvor aufgesucht und zu meinen Herz- und Nierenthemen befragt zu haben.
    Klar ist mir bewusst, dass Umfrageergebnisse auch falsch sein können. Daher bin ich für die Erweiterung meines Wissens hierzu wieder sehr dankbar, meine Herren.

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