Krankenbetten und Dauerbäder: Ein Zeitsprung-Extra mit Monika Ankele über Psychiatriegeschichte

Um 1900 ändern sich die Behandlungsmethoden in den Psychiatrien grundlegend: Bettbehandlung und Dauerbäder stehen jetzt im Zentrum der Einrichtungen. Die Historikerin Monika Ankele beschäftigt sich mit Psychiatriegeschichte und sie hat die Auswirkungen dieser neuen Therapien in einem Forschungsprojekt untersucht.

Dieses Extra ist gleichzeitig eine Jubiläumsfolge: Auf den Tag genau vor zehn Jahren hat Daniel seinen ersten Podcast veröffentlicht. Damals ein Gespräch für die „Stimmen der Kulturwissenschaften“, gemeinsam mit Anna Masoner. Zu Gast war damals: Monika Ankele, die gerade ihre Dissertation abgeschlossen hatte und uns von ihrem Buch über den Alltag in Psychiatrien um 1900 berichtete. Zehn Jahre später gibt es nun also die Fortsetzung.

Ein großer Dank an der Stelle an Martin Gasteiner und Anna Masoner, ohne die es diese erste Folge wohl so nie gegeben hätte. Auf die nächsten zehn Jahre!

Das in der Folge erwähnte Buch: Material Cultures of Psychiatry

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13 Antworten auf „Krankenbetten und Dauerbäder: Ein Zeitsprung-Extra mit Monika Ankele über Psychiatriegeschichte“

Liebes Team .

Eure Podcasts sind wirklich grandios und wie schon öfters auf facebook erwähnt habe ich jede episode verschlungen . Was mir bei dieser Folge etwas abgeht und daher auch der Grund ist euch zu schreiben , ist die normative Bewertung dieser frühen Psychiatrien . Der wisschenschaftliche Abstand in allen Ehren , aber diese frühen Psychiatrien ohne jegliche Patientenvertretungen und rechtlichen Sicherheiten, in denen Menschen mit hahnebüchenen Diagnosen gelandet sind , waren definitiv neben den gutgemeinten Versuchen auch unfassbare Horte des Unrechts . Das mit dem modernen Wording „Patient“ zu versehen , ohne das stärker anzudeuten , macht das ganze noch skurriler . Wie gesagt ich liebe eure Podcasts , aber ein stärker kritischer Blick hätte hier nicht geschadet . Die Geschichte der Psychiatrie , so gut gemeint auch immer , war hochproblematisch . Das auf Die Einrichtung von Behandlungsräumen einzugrenzen , ohne das schreckliche Leiden der Menschen dort zu beschreiben , wirkt befremdlich .

Ganz liebe Grüße
Und ganz viel liebe für euer tolles Format
Michael

So ging es mir irgendwie auch, die Folge war sehr interessant, aber hat irgendwie auch ein ungutes Gefühl hinterlassen, weil das Leid der “Patientinnen” so wenig zu spüren ist. Sicher ist es interessant, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn man dauernd im Bett liegt, aber es ist ja schon ein Unterschied, ob ich da wegen einem gebrochenen Bein liege oder weil ich dazu gezwungen werde. Überhaupt ist von Anfang an von Bettbehandlung und Dauerbädern die Rede, ohne dass erstmal erklärt wird, was damit gemeint ist, erst in der Mitte der Folge hab ich mir das ansatzweise vorstellen können. Trotzdem, was ist Bettbehandlung, liegt man da 24 Stunden? Und wie wurde das erreicht, wenn Menschen das nicht wollten – mit Schlägen, ans Bett fesseln, medikamentöse Ruhigstellung?
Trotzdem ist es auf jeden Fall ein interessantes Thema.

Außerdem hab ich gerade in letzter Zeit das Gefühl, dass alle Folgen nur noch aus dem Europa ab der frühen Neuzeit kommen (nur ein Gefühl, ich hab jetzt nicht nochmal nachgeschaut 😉 ), das find ich schade. Mich würde auch mal was interessieren, was ganz außerhalb meiner Welt- und Geschichtswahrnehmung liegt. Aber klar, ihr könnt auch nicht alles erzählen – kennt jemand podcasts, wo man z.B. vielleicht mehr über die Geschichte nichteuropäischer Kontinente erfährt, bevor die Europäer dort waren? Tipps?

Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht jede Folge Zeitsprung genieße und mich immer schon freue, wenn ich eine neue Folge angezeigt bekomme, ihr gehört eindeutig zu meinen Lieblingspodcasts. Also herzlichen Glückwunsch zum podcast-Jubiläum, Daniel, ich bin sehr froh, dass du vor 10 Jahren damit angefangen hast und immer noch dabei bist!

LG, Gesine

Ich kann mich da nur anschließen.
Also erstens find ich den Postcast auch ganz toll auch wenn ich bis jetzt nur ein paar Folgen gehört habe.
Mir hat jedoch auch der kritische Blick auf die Psychiatrie gefehlt. Auch wenn das Thema ein anderes war, kann man*frau (meiner Meinung nach) dieses Thema nicht ohne die Berücksichtigung von Stigmatisierung psychisch Erkrankter und moderne Ansätze (Salutugenese und das Bio-Psycho-Soziale Modell) besprechen.
„hysterische Symptome bei Frauen“ einfach so stehen zu lassen ohne das vor einen sexistischen Hintergrund zu stellen finde ich schwierig.

Finde euren Podcast aber immer sehr spannend und höre ihn mir gerne an!

Habe gerade eben gerade Podcast gehört. Zum Schluss sagt Daniel: “auch wenn Richard nicht mehr dabei ist”. Ich gehe davon aus, dass dies ein sprachlicher Fehler war, bzw. Ich das falsch interpretiere. Wahrscheinlich meint Daniel, dass Richard diesmal nicht dabei gewesen ist. Bitte sag das beim nächsten Mal noch mal richtig, denn ich hoffe nicht, dass ihr den zeitsprung in Zukunft nicht mehr zusammen macht.

Hehe, nein. Das war nicht gut formuliert und sollte nur heißen, dass Richard bei der Verabschiedung zu dieser Folge nicht mehr dabei ist, aber Kreisky trotzdem das letzte Wort hat. Bei Zeitsprung bleibt alles wie es ist 😉

Als großer Fan eures Podcasts der noch keine Folge versäumt hat muss ich leider sagen:Schwächste Folge seit Langem (wenn nicht sogar überhaupt). Abgesehen von der bisschen seltsamen Überhöhung der Psychatrie damals (wie in den anderen Kommentaren schon erwähnt) fand ich auch die Einbettung in den größeren historischen Kontext nur halbherzig gelungen. Ein recht eigenartiger Blick auf ein Nieschenthema (obwohl ich gerade das an eurer Themenauswahl sonst schätze) den man sowohl historisch als auch erzählerisch hätte besser gestalten können. Sorry.

Leute, bei aller Liebe. Kritik ist immer gern willkommen, aber ihr habt vermutlich auch die ersten 10 Minuten des Podcasts gehört und solltet gemerkt haben, dass mir diese Folge persönlich sehr am Herzen liegt. Ich freue mich nämlich sehr, dass es nach 10 (!) Jahren eine Fortsetzung zu meiner allerersten Podcastfolge gibt.

Ich finde es stark, dass es nach 10 Jahren ne Fortsetzung gab, das ist ne echte Leistung und auch emotional ne tolle Sache. Hab sie gerne gehört.

Ich bin ein großer Fan eures Podcasts! Über dieses Thema habe ich mich sehr gefreut da ich selbst im psychiatrischen Bereich tätig bin, muss mich jedoch den anderen Kritiken anschließen. Die grundlegenden Begriffe wurden nicht erklärt und leider hatte man das Gefühl, dass die Zwangsbehandlungen die erwähnt wurden nur als Heilbehandlungen dargestellt werden. Die wertfreie Darstellung dieser hat leider einen wichtigen Teil der schwierigen Geschichte der Psychiatrie ausgespart und kann meiner Meinung nach auch den Psychiatrieerfahrenen gegenüber nicht gerechtfertigt werden. Ich freue mich auf die nächsten Podcasts, bedauere jedoch die sehr einseitige Darstellung dieses wichtigen Themas.

Als Ersthörer dieses Podcasts möchte ich mich für diese Folge bedanken.
Es war für mich bereichernd einen Einblick in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Themenausschnitt der Psychiatrie bzw. Psychiatriegeschichte zu bekommen.
Trotz des schwierigen und vielschichtigen Themas ist Ihnen, Frau Ankele die Begeisterung für dieses Thema anzumerken.
Vielen Dank für Ihre Beobachtungen und Ihre Beschreibungen.

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