29 Aug

Wien-Tour mit Thomas Harbich (#WienFakt)

Wir haben uns in Zeitsprung-Episode 153 mit Thomas Harbich, der auf Twitter täglich einen #WienFakt präsentiert, auf Entdeckungsreise durch Wien begeben.

Während der Tour haben wir einige Fotos gemacht: Für alle, die nicht vor Ort sind und die Möglichkeit haben, selbst vorbeizuschauen, hier ein paar Eindrücke von unserem Rundgang.

04 Feb

Warum ist die Banane gelb? Swing im Nationalsozialismus

Derzeit läuft im Hamburger Rathaus die Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme „Rund um die Alster. Hamburger Geschichte im Nationalsozialismus“. Daneben gibt es an mehr als 40 Orten rund um die Alster ein vielfältiges Begleitprogramm.

Einer der Abende war dem Thema „Swing-Musik und Swing-Jugend“ gewidmet. Besonders war der Abend vor allem deshalb, weil mit Uwe Storjohann* ein Zeitzeuge dabei war, der viele Anekdoten und Geschichten erzählt hat und auch mit über 90 Jahren noch mit Begeisterung der Swing-Musik gelauscht hat.

Es ist vor allem eine Geschichte, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist und die ich deshalb hier aufschreibe. Wichtiger Treffpunkt der Swing-Jugend in Hamburg war der Alsterpavillon am Jungfernstieg. Damals noch deutlich größer als heute, traten dort viele Swing- und Unterhaltungsorchester auf – oder wie sie auch genannt wurden „Tanzorchester mit Refrain-Gesang“.

Besonders beliebt bei den Swings waren ausländische Radiosender, denn einige spielten regelmäßig Swing. In Hamburg ließ sich in einigen Ecken BBC empfangen, wenn auch immer wieder unterbrochen durch Störsender. Dort lief – neben Informations- und Nachrichtenbeiträgen – Musik. Viele Songs von damals sind inzwischen Klassiker der Swing-Ära – und wurden an dem Abend im Zinnhaus (gegenüber des Museums der Arbeit in Barmbek) gespielt.

Dafür hatte Reinhard Otto vom Barmbeker Schallarchiv seinen „Hot-Koffer“ dabei, wie die Swing-Jugendlichen das Grammophon nannten.

Warum ist die Banane gelb?

Aber jetzt zur eigentlichen Geschichte: Uwe Storjohann erzählte, dass es nur eine einzige deutsche Platte gab, die von den Hamburger Swings akzeptiert wurde: Warum ist die Banane gelb? Ein Song des Komponisten Michael Jary. Aber wie kam es zu dem Song? Das Lied wurde für den Film „Blutsbrüderschaft“ geschrieben, ein NS-Propagandafilm von Philipp Lothar Mayring aus dem Jahr 1941.

Ein deutscher Swingtitel in einem NS-Propagandafilm? Wo doch auch der Swing zur „Entarteten Musik“ gezählt wurde und es z.B. im August 1941 in Hamburg zu Verhaftungen von Swing-Jugendlichen und zur kurzzeitigen Schließung des Alsterpavillons kam und die Hamburger Gestapo Mitte 1941 ein eigenes Dezernat zur Verfolgung der Swing-Jugend einrichtete. Doch weil die Nazis keine bereits veröffentlichten, ausländischen Songs im Film verwenden wollten, musste ein eigener Swing-Titel komponiert werden. Und so kam es, dass Jary einen deutschen Swing-Titel geschrieben hat, der selbst die Swing-Jugendlichen begeisterte.

* Hier ist ein SPON-Beitrag + Video mit Uwe Storjohann

23 Nov

Hörer*innen-Treffen am 18.1.2018 in Wien

Am 18. Januar sind wir seit längerem mal wieder beide an einem Ort. Die Gelegenheit wollen wir nutzen und ein Hörer*innen-Treffen machen. Der Plan ist, dass wir uns gegen 18 Uhr in Wien treffen, eine (historische) Ausstellung besuchen und anschließend noch was trinken gehen. Wohin steht noch nicht fest – werden wir aber noch rechtzeitig bekanntgeben.

Wer mitkommen möchte: Bitte meldet euch kurz mit einem +1 in den Kommentaren oder auf Twitter, sehr willkommen sind auch Ausstellungsvorschläge. Wir freuen uns auf euch!

UPDATE: Wir haben jetzt genauere Details zum Ablauf!

Wir treffen uns um 18:15 Uhr vor dem Palais Mollard, in der Herrengasse 9, um dann dort gemeinsam um 18:30 ins Globenmuseum zu gehen. Wir bekommen eine Führung, darum bitte wir drum, auch pünktlich um 18:15 vor Ort zu sein.

Danach, wahrscheinlich so gegen halb acht, würden wir uns ins Café Alt Wien in der Bäckerstraße 9 begeben. Das Alt Wien ist wohl eines der besten Cafés der Stadt. Gemütlich und so urig, dass sie keine Reservierungen aufnehmen (der Herr am Telefon meinte nur: “Ach, kommen sie, kommen sie einfach.”). Dort können wir dann gemeinsam Bier, Wein, Kaffee, etc. trinken und uns über alle Dinge unterhalten.

Wer kein Interesse am Esperanto- oder Globenmuseum hat, kann natürlich auch gleich direkt ins Alt Wien kommen, empfehlen würden wir es aber nicht, weil wo sonst gibt’s noch ein Globenmuseum? Nirgendwo!

Wir freuen uns auf euch!

11 Aug

Juxtapose: Afrikahaus, Hamburg

Das Afrikahaus in Hamburg vor etwa hundert Jahren und heute. Viel hat sich am Gebäude scheinbar nicht getan und doch liegen Welten zwischen den beiden Bildern. Das Kontorhaus in der Große Reichenstraße 27 wurde 1899 gebaut und verweist, wie so vieles in Hamburg, auf die koloniale Vergangenheit der Stadt. Hamburg spielte eine besondere Rolle und profitierte erheblich durch den Handel von den kolonialen Bestrebungen. Neben Berlin gilt Hamburg daher als „Kolonialmetropole des Kaiserreiches“.

Das Haus wurde als Firmensitz für C. Woermann, die Woermann-Linie und die Deutsche Ost-Afrika-Linie gebaut und ist noch immer im Familienbesitz. Gegenwärtig versucht die Stadt Hamburg das koloniale Erbe aufzubereiten: 2014 beschloss der Hamburger Senat, sich dem kolonialen Erbe zu stellen. Hamburg soll ein Ort postkolonialer Erinnerungskultur werden. Zu dem Zweck wurde eine Forschungsstelle an der Uni Hamburg eingerichtet: Hamburgs (post-)koloniales Erbe / Hamburg und die frühe Globalisierung.

Geleitet wird die Forschungsstelle von Prof. Jürgen Zimmerer, den ich bereits für den UHH-Newsroom interviewt habe. Im Moment dreht sich die öffentliche Diskussion vor allem um die Frage nach der Anerkennung des Völkermordes an den Herero und Nama. Die deutsche Verhandlungsführung habe große Fehler gemacht, meint Zimmerer:

Die Verhandlungen sind nahezu gescheitert, weil vor allem die deutsche Verhandlungsführung große Fehler gemacht hat. Im Moment sieht es so aus: Wir haben keine Anerkennung durch das deutsche Parlament, keine Entschuldigung durch den Bundespräsidenten und dazu noch eine Klage der Herero in New York gegen Deutschland. Und nun droht die namibische Regierung, ebenfalls auf Wiedergutmachung zu klagen. Das ist im Grunde ein Desaster.

Der Hinweis zum Völkermord an den Herero und Nama führt uns wieder zurück zum Afrikahaus: Denn die Afrikanische Dampfschiffs-Actiengesellschaft Woermann-Linie „wickelte mit eigenen und gecharterten Schiffen den Verkehr zur Unterstützung der umstrittenen Militäraktion ab.“

Das historische Bild ist aus der Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe und stammt aus dem Atelier J. Hamann. Das genaue Aufnahmedatum ist nicht überliefert, vermutlich im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts.

01 Mai

#HHFakt – April 2017


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09 Apr

Fragen & Antworten: Dürfen Bienen wie Mongolen heißen?

Lothar Bodingbauer, seines Zeichens Podcaster, Imker, irgendwie Spezialist für eigentlich alles und auch dankenswerterweise schon öfters Gastsprecher hier, hat uns eine Frage gestellt.

Es geht um eines seiner Bienenvölker, einen Mongolenstamm und die Frage, ob sich die Geschichte eigentlich für die Benennung seiner Bienen wirklich eignet.

Seine Frage hat er uns aufgenommen, wir haben uns die Freiheit genommen, die Frage und die Beantwortung gleich hier einzubinden.

25 Feb

Juxtapose: Wien, Hofburg

108 Jahre liegen zwischen den beiden Fotos und viel scheint sich nicht nicht verändert zu haben. Und doch liegen Welten zwischen den Bildern: Bei der Aufnahme des historischen Bildes war die Wiener Hofburg noch das Zentrum der Macht in der Habsburger Monarchie. Heute laufen täglich tausende Touristen durch die Hofburg und bewundern den Glanz der alten Tage.

Im Rücken zur Aufnahme befindet sich das Schweizer Tor, der Blick nach vorne ist auf das Denkmal Kaiser Franz I. gerichtet, es wurde im Jahr 1846 enthüllt – und war zum Zeitpunkt der historischen Aufnahme gerade abgesperrt. Das Bild ist aus dem Jahr 1909 und stammt von Sigurd Curman – es ist über die europeana abrufbar.

05 Feb

Juxtapose: Bremen, Bahnofstraße – 1912/2017


Teilweise mehr als 200.000 wanderten bis 1914 jährlich mit der Reederei Norddeutscher Lloyd in die USA aus. Das Bild zeigt Auswanderer in der Bahnhofstraße in Bremen vor der “Passagier-Annahme”. Heute existiert die Häuserfront in der Form nicht mehr, nur mit dem Bahnhof ganz rechts im Bild überschneiden sich die beiden Fotos.

Neben Bremen war Hamburg mit der Reederei Hapag ein zentraler Anlaufpunkt für Auswanderer: Über 100.000 Personen begaben sich bis 1914 jährlich auf die Dampfer, um in den USA ein neues Leben anzufangen. Heute erinnert “BallinStadt – das Auswanderermuseum Hamburg” an ihre Geschichten und Schicksale.

30 Jan

Juxtapose: Wien, Schwarzenbergplatz

Wien um 1900: Blick auf das Palais Erzherzog Ludwig Viktor, das Palais Wiener von Welten – mit dem kleinsten Weingarten Wiens – und die ehemalige Direktion der Staats-Eisenbahn-Gesellschaft. Rechts ist das Reiterdenkmal zu Ehren von Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg zu sehen. Das zweite Bild zeigt die Szenerie im Jänner 2017.

Das historische Bild stammt von der ÖNB, Digitale Sammlung Wien.