09 Jan

Rehau – Modellstadt Bayerns

Ich bin schon öfter an dem Schild vorbeigefahren, habe aber immer vergessen, ein Foto zu machen. Es gibt in jeder Fahrtrichtung auf der Autobahn ja auch nur eine Chance. Auf der A93 in Bayern Richtung Norden bei Kilometer 43,5, kurz nach »Selb. Stadt des Porzellans«, und Richtung Süden bei Kilometer 36. Das Projekt, alle touristischen Hinweisschilder auch als Foto zur Verfügung zu stellen, steht wohl noch aus. Wenigstens gibt es eine Liste mit allen Schildern.

Rehau liegt im Norden Bayerns, bei Hof in Oberfranken. Wenige Kilometer östlich ist die Grenze nach Tschechien und einige Kilometer nach Norden geht es nach Sachsen. Aber Modell für was ist Rehau? Die Geschichte geht zurück auf einen verheerenden Stadtbrand im Jahr 1817. Innerhalb von 3 Stunden ist die gesamte Stadt, mit 168 Wohnhäusern und 300 Scheunen, komplett niedergebrannt. Der Wiederaufbau erfolgte nach den neuesten städtebaulichen Erkenntnissen und Grundsätzen. Dazu zählten: Eine breite Marktstraße, rechtwinklig verlaufende Straßen und einheitliche Häuserreihen mit 4 Typen von Wohnhäusern. Es wurde daraufhin beschlossen, Rehau als Vorbild für andere bayerische Städte zu nutzen, falls ein Wiederaufbau notwendig wäre. Bislang ist Rehau allerdings die einzige Stadt geblieben, die nach diesem Entwurf gebaut wurde.

Die Grundrisse der Häusertypen sowie historische Pläne sind von der Stadt Rehau auf einer Website zusammengetragen worden.

06 Jan

Juxtapose: Unter den Talaren – 9. November 1967

Es wird höchste Zeit, dass wir den Zeitsprung-Podcast um ein Format erweitern. Für Geschichten, die nicht so richtig in den Podcast passen oder ergänzt werden wollen um Texte, Bilder oder andere Quellen.

Den Anfang macht ein Juxtapose-GIF, das das Audimax der Uni Hamburg zeigt. Bei der Rektoratsübergabe am 9. November 1967 enthüllten die beiden Studenten Detlev Albers und Gert Hinnerk Behlmer auf der Treppe vor dem Eingang ein Transparent, kurz bevor die Mitglieder des Rektorats den Hörsaal betraten. Ohne zu wissen, was darauf zu lesen war, gingen sie die Treppen herunter und es entstand eines der prägendsten Bilder der Studentenbewegung in den 1960er Jahren.